6th World Peace Wall | Gulu | Uganda

April 2008

machten wir uns auf den Weg. Peter Kafuma, Johns onkel, und dessen Freund Paul begleiteten uns.unser toyota corolla war mit Farben und Gepäck vollgestopft. Die Straße war ein Abenteuer für sich. Acht Stunden lang durchrüttelten uns unzählige Schlaglöcher -die uns einen reifen kosteten- fuhren wir durch wun- derschöne landstriche, an Wasserfällen vorbei und durch kleine Dörfer, wo wir von den einheimischen mit Schaschlik- spießen und gekochten bananen versorgt wurden. Selbst lebende Hühner wurden uns durchs Fenster gereicht.
Kurz nach unserer Ankunft trafen wir lina Sedriga, eine richterin und Frauenaktiv- istin.

Sie hatte gute beziehungen zur lokalen regierung und wollte uns bei unseren Vorhaben behilflich sein. John war auf der Suche nach einem geeigneten Platz für eine bühne als Plattform zum Kulturaus- tausch, was die örtlichen behörden sehr befürworteten, da die Kultur des nordens durch den Krieg sehr in Mitleidenschaft gezogen worden ist. Die bühne sollte in zusammenarbeit mit der durch

„Afrika rise“ http://www.afrikarise.de unterstützten berufsschule gebaut werden. lina zeigte uns gleich mehrere mögliche Stellen, wo wir sowohl die „Peace Wall“ als auch die Bühne realisieren konnten. Danach lud sie uns zum essen mit dem

Sprecher der lokalen regierung ein. Dies- er zeigte sich sehr dankbar für unser en- gagement in Gulu und schlug vor, das bild doch um das eingangsportal des „local District council Headquarters“ zu anzu- bringen. Dort wurden gerade bei unserer Ankunft neue Friedensverträge zwischen regierung und lrA ausgearbeitet. ein treffen mit dem bürgermeister am näch- sten Morgen besiegelte unser Vorhaben. John stimmte dem Vorschlag der Politiker zu, mit Hilfe von seinem onkels und des- sen Schülern ein Friedensdenkmal vor dem rathaus zu bauen. Mein Vorschlag wurde gerne aufgegriffen: ein großer elefant -das Wahrzeichen Gulus- sollte

ein Kind mit einer Friedenstaube auf dem rücken tragen. Am nachmittag begannen wir mit dem Abbürsten und Streichen des rathauses. Dank des enormen engage- ments von Speaker Martin, der uns zu al- len lokalen radiosendern einlud, wurden wir in Gulu bekannt wie bunte Hunde. Wir berichteten über unsere Projekte und der Song „African children“ von culcha can- dela, der von der politischen Situation in uganda handelt, wurde “rauf und runter” gespielt. täglich kamen mehr leute dazu, die uns beim Streichen halfen oder uns mit Köstlichkeiten der lokalen Küche versorgten.+

Fünf tage später war das rathaus wie verwandelt: zwei symmetrische Frieden- stauben prangten im Giebel, die ugan- dische Flagge mit dem Kronen-Kranich
in der Mitte der Gebäudefront. rechts sprühte ich einen traditionell gekleideten Ajoli-tänzer, links eine Mutter, heimische Früchte in einer Schale auf dem Kopf tragend. Auf den seitlichen Mauervor- sprüngen findet sich der Spruch „timo Kica Kelo Kuc“, was auf Ajoli bedeutet: Vergebung bringt Frieden.

Diese Weisheit sollte in allen Krisengebi- eten zum tragen kommen, denn so, wie es schon der bibelspruch „Du erntest, was
Du säst“ verdeutlicht,

wird Hass und Gewalt immer wieder Gegengewalt erzeugen. nur Vergebung heilt Konflikte.
eine theatergruppe aus dem Flüchtling- scamp coope, die aus Witwen und Waisen sowie ehemaligen Kindersoldaten besteht, verarbeitet ihre traumata in Tanz und Schauspiel. Wir luden sie ein, um ihnen die Möglichkeit zu geben, ihren persönlichen Wunsch und ihr Siegel per Handabdruck für den Frieden in nordu- ganda auf der Wand des rathauses zu hinterlassen.