3rd World Peace Wall | Kingston | Jamaica

 

In cooperation with Capoeira Alafia: http://www.capoeira-alafia.org

 

November 2007

es begann mit einem interview bei dem Stadtmagazin “Prinz” in nürnberg.
Hier erzählte ich über meine eindrücke der indienreise und über das “Peace
Wall”- Projekt. Der redakteur Matthias Koth schlug vor mich doch mit dem auf Jamaika lebenden nürnberger Dennis eckart in Verbindung zu setzen, der die Kampf-tanz-Sportart capoeira auf die insel gebracht hat und sie dort in
Schulen und sozial benachteiligten Geg- enden unterrichtet. ich schrieb Dennis per e-mail, stellte ihm mein Projekt vor und fragte ihn, ob er nicht interesse hätte, mit mir zusammen eine “Peace Wall” in Kings- ton zu malen. Dennis war sofort

angetan und meinte ich könne jederzeit vorbeikommen.

ein Anruf aus berlin an einem Donnerstag bestätigte, dass die Spenden von der Gabriele-Quandt-langenscheid-Stiftung „children for a better World“ für das Projekt verfügbar wären und ich die nächste reise antreten könne.

ich rief Dennis sofort an, ob ich denn spontan vorbeikommen könnte, buchte am Freitag meinen Flug – und am Samstag stand ich schon in Kingston am Flughafen, wo mich Dennis herzlich emfing

nicht nur der reggae hat die insel bekannt gemacht:
in den Slums rund um das zentrum von Kingston wie tivoli Garden, Painland und Mountain View, wo Gewalt keine Grenzen

kennt, ist der Grund für das immense ag- gressive Potenzial nicht nur die fehlende bildung, sondern auch Konflikte zwischen Familienbanden, politisch beeinflusste unruhen, instabile Familienverhältnisse, Drogenhandel mit den uSA und der nackte Kampf ums überleben fördern die bereitschaft zur Kriminalität. Statistisch gesehen, ist Kingston neben bogota und Kapstadt, die Stadt mit der weltweit höchsten Mordrate.

Mir war es wichtig, in einer der Krisenzonen von Kingston eine „Peace Wall“ zu malen, um den Menschen dort ein zeichen zu hinterlassen, das sie immer daran erin- nern sollte, dass Gewalt keine lösung für Konflikte bietet.
Dank der recherche von Dennis fanden wir in Mountain View eine Wand in dem von unicef geförderten„eastern Peace center“, einer einrichtung, die innerhalb ihrer Mauern keine Gewalt zulässt. In das Zentrum sind eine Schule und ein breites Workshop-und Party-Angebot integriert. orlando King, der leiter des Peace cen- ters, war von unserer idee begeistert und stellte uns eine 21 x 4m große Wand zur Verfügung.

Binnen einer Woche malten wir mit zwei lokalen Künstlern, noel und tobi, sowie mit vielen Kindern und capoeira-Schülern von Dennis die dritte „Peace Wall“.
es war wunderschön zu beobachten, wie viel Spaß die Kinder bei der kreativen Ar- beit hatten, wie sie für einen Moment ihre Situation vergessen konnten, um für den Frieden mit eigenen Händen einen beitrag zu leisten.

Die Wand zeigt wiederum die Friedens- taube, dazu den Slogan der Karibik insel „out of many, one people“, einen Mann, der sich aus der Klaue der Gewalt befreit, und Hibiskusblüten, die für die naturver- bundenheit und Schönheit stehen.Strom- linienartige Schwünge wurden mit Hand- und Fußabdrücken sowie mit namen und Wünschen für den Frieden vor ort von den Kindern gefüllt.